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Blutegeltherapie - Blutegel gehören zu den ältesten Heilmitteln.
Mit ihren 650 000 000 Jahren, die sie bereits auf unserer Erde
leben, gehören sie zu den ältesten Tieren der Erde.

Für unsere Therapien bedienen wir uns der Doppelwirkung des
Blutegelbisses, der Injektionen von Substanzen, die viele Enzyme
mit z.B. antiphlogistischer, antiseptischer, analgetischer und
gerinnungshemmender Wirkung enthalten:
Hirodin - ist ein Wirkstoff, der die Trombinbildung hemmt;
Egelin - verhindert die Ausbreitung von Entzündungen;
Hementin - löst Tromben auf;
Orgelase  - unterstützt die Mikrozirulation.
Indikation: bei Gelenkerkrankungen wie Arthritis, Arthrose
              (chronische Gelenkserkrankung OCD beim Pferd).

Hirudinopunktur - ist eine Sonderform der Blutegeltherapie.
Blutegel werden statt der Nadel auf die Akupunkturpunkte
gesetzt. Der Biss der Blutegel übt einen verstärkten Reiz aus
und gibt überdies noch seine Wirkstoffe in das Gewebe.
So wirken einige blutgerinnungshemmend, antiphlogistisch
(antientzündlich), bewirken die Hemmung der Verklumpung
von Tromozyten und enthalten histaminähnliche Substanzen,
die zur Gefäßerweiterung führen.
Hauptindikationen:
Arthrosen, Arthritis, Nervenreizungen bzw. -lähmungen,
Thrombosen, Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen,
Bursitis (Schleimbeutelentzündungen).

Noch etwas über diese wunderbaren Tiere:

Der Hirudo medicinalis hat zwei Saugnäpfe, die jeweils an den
Körperenden liegen. Sie dienen zur Fortbewegung außerhalb des
Wassers. Sie werden bis zu 12-15 cm lang und von der Zeichnung
von braun bis olivgrün mit rötlichen Streifen auf dem Rücken.
Blutegel werden bis zu 30 Jahre alt und erreichen erst mit drei
Jahren ihre Geschlechtsreife.

Blutegel sind in Europa nur in einigen Gebieten zu finden und
stehen daher in Deutschland und der Schweiz unter Naturschutz.
Schon im Mittelalter hat man die Blutegel für medizinische Zwecke
eingesetzt und schon damals ihre Bestände verringert.
Der nächste massenhafte Einsatz der Blutegel war in der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Blutegel sind gleichgeschlechtlich und benötigen sowohl einen
Geschlechtspartner als auch Blut, um sich fortzupflanzen.
Nach der Paarung werden ca. 20 Eier in Kokons eingesponnen,
die in Uferzonen befestigt werden. Mit ihren Zahnreihen, die wie
ein Mercedesstern angereiht sind, schrauben sie sich in die
Haut von Tieren ein. Dies ist schmerzfrei, da ein natürliches
Schmerzmittel im Speichel vorhanden ist. Nachdem der Blutegel
um das Mehrfache seiner Größe angewachsen ist, fällt er
nach ca. 45 Minuten ab.

    

 



 


© Copyright Petra Sonnenberg
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